Staufen – Anfang Dezember

Der Staufen, da in nur gut 30 Minuten von mir Zuhause erreichbar, war schon zig-male Ziel meiner Touren. Am liebsten vom Parkplatz Padinger Alm über den Jägersteig zum Gipfel und anschließend flotten Schrittes übers Bartlmahd wieder runter. (Der Abstieg über den Jägersteig finde ich persönlich unnötig gefährlich und umständlich zugleich, vor allem wenn Gegenverkehr unterwegs ist). Besonders im Hochsommer ist aber auch der Aufstieg über Urwies und die Steiner Alm für diejenigen zu empfehlen, die etwas länger schlafen wollen. Beim Aufstieg über die Nordseite wird man nur bei indirekter Hitze gegrillt …

Aber zurück zum Thema: Am 06. Dezember spätmittags packt mich der Rappel und ich bin wild entschlossen den Gipfel zu erreichen.
Ich packe also meinen Koffer:

  • Trockenes Oberteil
  • Windbreaker
  • Wasser
  • Banane
  • Stirnlampe
  • Stöcke

Um 14:30 starte ich an der Padinger Alm – wohlwissend, dass mich die dunkle Nacht beim Abstieg einholen wird… Der Aufstieg beginnt ernüchternd, die ersten paar Meter sind schon jetzt ziemlich düster und vor allem ist der Weg nass und feuchtes Laub bedeckt die Steine. Beim Aufstieg egal, aber an das Runter denkt ja niemand, wenn man Hoch will.

Kurze Zeit später ist alles vergessen, die Laubbäume werden weniger und auf dem Südhang muss ich sogar wieder etwas ausziehen! Sonnenverwöhnt fliege ich fast den Berg hinauf und werde mit einem tollen Ausblick belohnt.

Blick auf den Zwiesel

Auf etwa 1400 Metern, als es zunehmend felsiger und exponierter wird ist es vorbei mit der gefühlt spätherbstlichen Wärme und eisiger Wind nimmt ihren Platz ein. Aufgeheizt und angeheizt von der immer tiefer stehenden Sonne aber nebensächlich – Ich bin eh fast am Gipfel.

Nach gut 1h15m bin am Ziel, wechsel fix die Kleidung und kann dann der Sonne zusehen wie sie hinterm Horizont verschwindet.

Panorama mit Blick auf Watzmann, Hochkalter & co

Wenn ich nur so heilig wäre, wie es das Bild suggeriert

 

Bis zum Ende verfolge ich das Spektakel allerdings nicht, da ich doch noch gern ein bisschen Licht hätte beim Abstieg. Vor Allem im oberen Drittel ist der Weg oftmals mit Eis bedeckt und dementsprechend langsam und vorsichtig muss man sein. Zudem muss ich feststellen, dass mein Smartphone (Huawei P9) der Kälte nicht gewachsen ist.Obwohl ich genug Akku habe verabschiedet es sich und lässt sich auch in mehreren Anläufen nicht mehr länger als ein paar Sekunden benutzen. Kälte, Eis, Dunkelheit, kein Telefon. Nicht gerade optimale Voraussetzungen.

Ganz so schlimm sollte es dann doch nicht werden. Der Abstieg bis in die „eisfreie“ Zone geht doch recht flott, ich muss noch nicht einmal Gebrauch von meiner Stirnlampe machen und kann sogar noch einmal innehalten und ein Foto machen.

Moon Moon

 

Ab der Hälfte geht es dann mit „Hirnbirn“ und zunehmend langsamer den Berg hinunter. Ich hatte bei meinen letzten Touren schon festgestellt, dass der Weg anscheinend ausgespült wurde und Eisenhaken fast mitten im Weg aus dem Boden stehen. Ich habe wenig Lust über so einen zu stolpern… Also – Gemach Gemach

Wohl behütet aber durchaus erschöpft (die vergleichsweise hohe Konzentration strengt an) komme ich nach gut 2h20m unten an.
Mit ein paar tollen Fotos und einigen Erfahrungen reicher trete ich die Heimreise an.

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